Sandkasten – Hygiene, Gesundheit, Pflege

Im Zweifel gibt es im Sandkasten den Vollkörperkontakt mit dem Spielsand. Kinder legen sich in den Sand, stecken den Finger unbewusst in den Mund und verschlucken hin und wieder etwas.

Im Grunde alles kein Problem, wer ohne Schmutz und Keime aufwächst neigt im weiteren Leben zu Allergien. Der gesunde Körper kommt mit fast allem zurecht, ein Immunsystem muss vor Herausforderungen gestellt werden sonst wird es im entscheidenden Moment versagen. Tagtäglich werden wir infiziert und dank eines Immunsystems überleben wir. Das sollte man wissen bevor man in Sorge verfällt.

Dennoch sollte eine gewisse Grundhygiene gewahrt werden. Zumal es Dinge gibt die nicht ganz ohne sind.

Auf das sollte man ein Auge haben

Die wichtigsten Stichworte zum Bereich der Sand- und Sandkastenhygiene. Unter Sandkastenhygiene sind nicht nur Krankheitskeime zu verstehen. Damit ist die Sauberkeit und Pflege gemeint. Immerhin ist der Sandkasten oft genug das verlängerte Kinderzimmer.

  • Krankheitskeime, Tierkot
  • Sporen, Pilze
  • Pflanzen und Unkraut
  • Staunässe
  • Sandflöhe, Sandmilben
  • Allergie, Sandallergie
  • Lacke, Holzschutz
  • zu wenig Sand
  • Sand regelmäßig austauschen
  • Kind macht in den Sandkasten
  • Fremdkörper, Eintrag Laub

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Krankheitskeime im Sandkasten

Krankheitskeime werden hauptsächlich durch Tierkot übertragen. Im heimischen Sandkasten kann man sich dagegen gut wappnen. Im öffentlichen und weniger gepflegten Sandkasten ist das schon schwieriger.

Eine Infektion mit Fäkalstreptokokken und Colikeimen kann zu Magenkrämpfen, Erbrechen und Durchfall führen. Eine Infektion in dieser Richtung kommt sogar recht häufig vor und vollzieht sich ohne dass diese bemerkt wird.

Eine Infektion mit Katzenspulwürmern ist ebenfalls recht häufig aber unauffällig im Verlauf. Anders eine Infektion mit Hundespulwürmern deren Verlauf Komplikationen mit sich bringen kann.

Diese Infektionen mit Krankheitskeimen erfolgt immer über den Mund.

Seestern-klBesonders im öffentlichen Sandkasten, niemals ein Brot oder etwas zu essen in ungewaschene Kinderhände geben.

Seestern-klStets aufpassen dass Kinder nicht versehentlich die Finger oder Sandspielzeug in den Mund stecken.

Seestern-klBeliebt ist auch der Schnuller der mal schnell in den Sand fällt und automatisch wieder in den Mund gesteckt wird.

Für den heimischen Sandkasten sind diese Infektionen bei etwas Pflege und Vorsorgemaßnahmen so gut wie nicht gegeben.

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Sporen, Pilze

Von Sporen und Pilze sind wir ständig umgeben. Sporen schweben in der Luft und der Pilz wächst oft unscheinbar, häufig auch als Schimmelpilz.

Zwar ist die Gefahr von Schimmelpilzen im Sandkasten äußerst gering, denn das freie und wechselnde Wetter wird von diesen gar nicht geliebt. Aber es kann vorkommen, vor allem wenn das Holz nicht richtig imprägniert wurde und einem Feuchtestau unterliegt.

Pilze selbst wachsen ebenfalls äußerst selten an einem Sandkasten der regelmäßig bespielt wird. Wenn aber welche wachsen wird sie das Kind auf alle Fälle entdecken.

Leidet das Kind unter einer Blütenpollenallergie oder es sieht so aus, so kann es auch eine Sporenallergie sein die in etwa zur gleichen Zeit auftreten.

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Pflanzen, Unkraut

All zu schnell werden Pflanzen als Unkraut bezeichnet und bekämpft diese mit allen möglichen Giften. Ich persönlich rede ungern von Unkraut. Löwenzahn in der Gehwegplatte mag lästig sein, aber eine Löwenzahnwiese hingegen – wer will da von Unkraut sprechen.

Am Sandkasten, im Sandkasten und im Sand wachsen Pflanzen. Manche davon sind unbekömmlich bis giftig und einige davon können Allergien auslösen.

Pflanzen im Spielbereich niemals mit Giften bekämpfen. Der erste Weg sollte immer die mechanische Entfernung sein. Und um soviel handelt es sich ja auch nicht.

Bei den Pflanzen ist nicht nur der Sandkasten selbst zu betrachten sondern auch das Umfeld. Schnell werden Blüten und Blätter abgezupft und landen als Spielmaterial im Sandkasten. Klasse wenn das Kind diese Kreativität entwickelt. Ein offenes Auge ist aber notwendig. Manche Pflanze ist sehr unbekömmlich bis giftig.

Eine Liste giftiger Pflanzen folgt in Kürze

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Staunässe

Spielsand leitet Wasser sofort weiter. Staunässe kann sich dennoch bilden wenn das Wasser nicht in den Untergrund ablaufen kann.

Vielfach wird der Fehler gemacht den Boden des Sandkastens mit einer Folie abzudichten. Damit kann das Wasser nicht mehr weg und es entsteht ein ständig nasser Bereich, im Extremfall gibt es lange stehende Pfützen.

Schnell wird die Pfütze zum Vogelbad und zum Kleinstbiotop, zumindest so lange bis die Pfütze wieder weg getrocknet ist.

Dem kann man entgegen wirken in dem man ein Pflanzvlies oder Unkrautvlies unter den Sandkasten einbaut.

Bei Starkregen würde auch eine Abdeckung mit einer Plane helfen. Dauerhaft ist aber so eine Plane eher schädlich für den Sandkasten, vor allem wenn es um Ameisen geht.

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Sandflöhe, Sandmilben

Im Sand verbergen sich Abermillionen an Kleinstlebewesen. Pantoffeltierchen, Milben, Flöhe und vielerlei mehr. Man kommt auf knapp 900 Tierarten die sich im Sand tummeln.

Sandmilben gibt es nicht, wenn handelt es sich um Grasmilben die auf den Weg zum Sandkasten über einen hergefallen sind. (nähere Infos in Kürze)

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Sandallergie

Gibt es eine Sandallergie? Eine Sandallergie im medizinischem Sinn gibt es nicht. Sand ist überall und wäre jemand gegen Sand allergisch wäre er faktisch nicht überlebensfähig.

Es gibt aber Allergien die indirekt mit dem Sand und dem Sandkasten zusammen hängen.

Die meisten Fälle von Sandallergie sind auf Grasmilben zurück zu führen. Diese begegnen uns auf dem Weg zum Sandkasten.

Weitere Fälle sind auf Sandkästen zurück zu führen die unter Bäumen angelegt waren in denen sich Eichenprozessionsspinner aufhielten.

Belegte Fälle gibt es auch dass bestimmte Sandalen für den Gang zum Sandkasten angezogen wurden. Weichmacher haben die vermutete Sandallergie ausgelöst.

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Holzpflege, Lacke, Holzschutzmittel

Sandkästen werden mit Holzschutz oder unbehandelt ausgeliefert. Zudem kommen verschiedene Holzsorten, die mehr oder weniger witterungsbeständig sind, zum Einsatz.

Seestern-klGenerell kann man sagen dass unbehandeltes Holz ein paar Jahre halten wird. Je dicker und stärker desto länger. Wer also von Haus aus nur mit ein paar Jahren für den Sandkasten rechnet der kann getrost auf unbehandeltes Holz zurück greifen. 

Wird ein Sandkasten mit Imprägnierung im deutschen Handel angeboten so kann man diesen unbesorgt kaufen. Es werden Holzschutztechniken verwendet die ungiftig, speichel- und schweißfest (nach EN71) sind.

Ungiftiger Holzschutz

Braucht es für den Sandkasten oder der Gartengarnitur einen neuen Anstrich oder einen Witterungsschutz so sind wasserbasierte Holzlasuren die erste Wahl. Lösungsmittelhaltige Lasuren hingegen sind häufig mit Schadstoffen belastet.

Druckimprägniertes Holz kann ebenfalls verwendet werden. Der chemische Schutz verbindet sich untrennbar mit den obersten Holzschichten. Grüne Punkte an der Oberfläche lösen sich im Sonnenlicht (UV-Strahlen) sehr schnell auf.

Druckimprägniertes Holz kann mit einer wasserbasierten Holzlasur überstrichen werden, sofern man einen anderen Ton als den grünlichen Ton möchte.

Wer einen Sandkasten selbst baut und auf druckimprägnierte Hölzer zurück greift sollte sich vergewissern dass das Holz aus dem Inland kommt. Im Ausland imprägniertes Holz kann Phosphor- und Chromverbindungen enthalten.

Nur imprägniertes Holz verwenden das genügend abgedampft ist.

Lackierte Hölzer

Selten, aber dennoch, es gibt Hölzer die lackiert sind. Lack blättert im Laufe der Zeit ab und diese Lacksplitter finden sich dann im Holz wieder. Sobald der Lack abzublättern anfängt diesen mit einer Spachtel und Schleifpapier entfernen.

Holzboden

Manche Sandkästen bringen einen Holzboden mit sich. Das hat Vorteile aber auch gravierende Nachteile.

Der Holzboden ist der Feuchtigkeit ausgesetzt. Es kann sich Staunässe bilden und der meist feuchte Sand setzt dem Holz weiter zu. Besser ist es den Sandkasten mit einem Pflanzvlies auszustatten.

Des weiteren besteht Verletzungsgefahr durch absplitterndes Holz.

Seestern-klTipp

Den Holzboden mit einem Vlies sichern. So wird verhindert dass sich Holzsplitter durch den maroden Boden in den Sand gelangen.

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Sand aufbereiten

Mit etwas Pflege des Spielsandes und Sandkastens hat man lange Freude mit diesem Spielgerät. Im Grunde sind das ein paar wenige Dinge denen man Beachtung schenken kann.

zu wenig Sand

Es gibt ein zuviel an Sand und ein zuwenig an Sand. Zuviel Sand ist es dann wenn der Sandkasten bis zur Oberkante voll gemacht wird und zwangsläufig bei jedem spielen Sand den Sandkasten verlässt.

Zu wenig Sand, damit ist die Buddeltiefe gemeint, gibt es auch. 10cm Buddeltiefe sind viel zu wenig wenn Kinder richtig buddeln und Sandburgen bauen wollen. Für ein Kleinkind das ein bisschen mit Schaufel und Sandförmchen spielt ist das ausreichend.

Zuwenig Sand verschmutzt viel leichter als ein größeres Sandvolumen. Die Selbstreinigungskraft (durch Witterungseinflüsse) ist herabgesetzt, der Sandkasten wird leichter mit Pflanzenwurzel und Sporen durchzogen.

regelmäßig Sand austauschen, durchsieben

Ein regelmäßiger Sandaustausch beziehungsweise Teilaustausch bringt ein großes Plus an Hygiene. Ein Austausch oder Teilaustausch genügt, je nach Größe, alle 2 Jahre bis 3 Jahre. Oftmals genügt es den üblichen Sandschwund aufzufüllen.

Mit einem Sandsieb kann man den Sand jedes Jahr ertüchtigen, sprich den Sand fit für die Saison machen.

Fremdkörper im Sand

Im eigenen Garten hat man es meist unter Kontrolle was im Sandkasten landet. Doch es wird immer Wege für Fremdkörper geben.

  • Müll von Passanten
  • Der Wind bringt unerwünschten Unrat mit
  • Zweige, Äste, Laub, Dornenzweige
  • Tiere schleppen Kadaver an

Mit einem Sandsieb ist der Sand schnell durchgesiebt und gereinigt. Damit bringt man auch untere Sandschichten nach oben.

Sand reinigen, Sandkasten reinigen

Je nach Standort, Bauweise und Größe benötigt ein Sandkasten mehr oder weniger Aufwand zur Sandreinigung oder zur Pflege des Sandkastens selbst.

Wird der Sand gereinigt. so werden nicht nur Fremdstoffe entfernt, sondern auch Krabbeltiere wie Ameisen vergrämt. Zudem wird der Sand durchlüftet, aufgelockert und es kommen mehr UV-Strahlen, die Keime und Bakterien abtöten, in den Sand.

Seestern-klUV-Strahlen

Die UV-Strahlen der Sonne töten Keime und Bakterien ab. Siebt man den Sand befördert man dadurch den Sand von unten nach oben. Zugleich vergrößert man die Sandoberfläche durch das auflockern des Sandes. 

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